Warum ein Energie-Ausweis?

Seit Januar 2006 soll in den EU-Staaten die Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.2.2002 über die Gesamtenergieeffizienz umgesetzt werden. Die dazu notwendige Novellierung des ENEG (Energie-Einsparungsgesetz)ist bereits in Kraft. Die neue ENEV (Energieeinsparungsverordnung) hat lange auf sich warten lassen. Inzwischen ist zumindest der Referentenentwurf veröffentlicht. Am 25.04.2007 hat das Kabinett die neue ENEV beschlossen. Jetzt ist der Bundesrat an der Reihe. Mit Einführung rechnet man im Herbst dieses Jahres. Damit ist der Weg frei für die schrittweise Einführung des Ausweises ab 2008. In privaten Haushalten haben die Heizkosten den größten Anteil an den Betriebskosten. Für den Mieter oder Käufer einer Immobilie ist jedoch der zu erwartende Verbrauch nicht ohne weiteres erkennbar. Aus diesem Grunde ist vorraussichtlich ab 2008 der Gebäudeenergie-Ausweis auch für Bestandsbauten gefordert. Ähnlich wie bei Haushaltgeräten können Sie die energetische Qualität eines Gebäudes ablesen. .Der Energieausweis enthält aber auch entscheidende Anregungen für Energiesparmaßnahmen , die zur Wertsteigerung der Immobilie beitragen, er sollte daher nicht als lästige Verpflichtung, sondern als besondere Hilfe zum Energiesparen verstanden werden.

 

WIE SIEHT EIN ENERGIE-AUSWEIS AUS?

 Durch die dena (Deutsche Energieagentur GmbH) wurde der Prototyp eines "Energiepasses" entwickelt und in einem Feldversuch erfolgreich getestet. Das offizielle Formular sieht ähnlich aus

 

WER BRAUCHT EINEN ENERGIE-AUSWEIS?

Für Neubauten ist die Pflicht zur Erstellung Energiebedarfsausweises bereits in der ENEV 2002/2004 geregelt. Jetzt werden auch Bestandsgbäude einbezogen. Neu ist auch die Berücksichtigung von Klimaanlagen und Beleuchtung. Wer ein Gebäude(teil) neu vermietet oder verkauft, hat in Zukunft dem Interessenten einen Energie-Ausweis zugänglich zu machen. In öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr ist der Ausweis sichtbar auszuhängen. Er darf nicht älter als 10 Jahre sein. Darüber hinaus regelt die Richtlinie auch die Inspektion von Heizungs- und Klimaanlagen. Übrigens: wer sich jetzt schon auf freiwilliger Basis einen Ausweiss erstellen läßt ist gut dran, denn dieser behält seine Gültigkeit. Im nächsten Jahr sind Engpässe bei den Ausstellern zu erwarten.

 

WER STELLT ENERGIE-AUSWEISE AUS?

Die EU-Richtlinie schreibt hierfür qualifiziertes unabhängiges Personal vor. Das sind in der Regel Ingenieure und Architekten mit dem entsprechenden Fachwissen. Für einfache Gebäude sollen auch bestimmte Handwerker zugelassen werden. Achtung! Handwerker sind für Planungsleistungen nicht unbedingt haftpflichtversichert. In die dena-Liste aufgenommene Aussteller haben Ihre Qualifikation nachweisen müssen. Nicht alle Austeller bieten die ungleich umfangreichere und ein umfassendes Fachwissen voraussetzende Erstellung von Ausweisen für Nichtwohnbauten an. Die dena bietet auch eine komfortable Suche nach Bafa-Energieberatern ( nach Poatleitzahlen) an. Klimaanlagen dürfen nur von Ingenieuren der Versorgungstechnik inspiziert werden

WELCHE MÖGLICHKEITEN DER AUSSTELLUNG GIBT ES?

Es wird im Wesentlichen vier Möglichkeiten geben:

  • Energie-Ausweis auf der Grundlage des gemessenen Verbrauchs

    Energieverbrauchskennwert aus dem Durchschnitt von drei Abrechnungsperioden, witterungsbereinigt unter Berücksichtigung längerer Leerstände. Modernisierungsempfehlungen ohne Objektbesichtigung. Der Eigentümer stellt alle benötigten Unterlagen zur Verfügung.

  • Energie-Ausweis auf der Grundlage des errechneten Energiebedarfs
    • Vereinfachtes Verfahren: Verwendung von vereinfachten und pauschalierten Werten. Erfassung der Gebäudedaten durch Eigentümer in Erhebungsboden. Modernisierungstipps ohne Objektbesichtigung.
    • Ausführliches Verfahren: Ingenieurmäßige Berechnungen nach ENEV. Besichtigung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik durch Akteur. Bereitstellung der erforderlichen Unterlagen/Gebäudedaten durch den Eigentümer in einem ausführlichen Erhebungsbogen. Konkrete Modernisierungstipps auf der Grundlage der Besichtigung und der Berechnungen.
    • Ausführliches Verfahren im Rahmen einer Energieberatung: Erfassung des Ist-Zustandes beim 1. Ortstermin. Ausführliche Besprechung mit dem Eigentümer. Ingenieurmäßige Berechnung gemäß ENEV. Berechnung von Modernisierungsvarianten mit Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Umfassender schriftlicher Beratungsbericht z. B. nach BAFA-Kriterien oder mit BAFA-Förderung. Ausführliche Erläuterung des Beratungsberichtes beim 2. Ortstermin. Unterlagen/Gebäudedaten wie vor.

 

WANN WELCHER AUSWEIS?

Die Gültigkeit eines Ausweises soll 10 Jahre betragen. Das bedeutet für den Verbrauchs- ausweis, dass er jedes Jahr neu ausgestellt werden muß - Verbräuche des 3-Jahres-Zeitraums haben sich geändert- Innerhalb der 10 Jahre sind also 10 Ausweise zu erstellen. Der Verbrauchsausweis kommt also dann in Betracht, wenn in den nächsten 10 Jahren mit Gewißheit keine energetische Sanierung vorgenommen wird und der der Eigentümer seine Immobilie zum Verkauf anbietet oder langfristig vermietet. Die aktuellen Kennwerte wären erst nach mehr als 3 !! Jahren nach der Modernisierung im Ausweis enthalten!! Der Bedarfsausweis nach dem vereinfachten Verfahren wird oft günstigere Werte liefern als der Bedarfsausweis und ist für den Fall wie beim Verbrauchsausweis beschrieben geeignet. Ein nach dem ausführlichen Verfahren erstellter Ausweis liefert meistens bessere Werte als der des einfachen Verfahrens. Er ist besonders geeignet wenn kurz- oder mittelfristig Sanierungsmaßnahmen geplant sind, beim Verkauf gute Werte vorgelegt werde sollen, oder häufig Neuvermietungen anstehen. Eine Energieberatung ist immer dann angezeigt, wenn der Hausbesitzer sinnvolle energetische Sanierungsmaßnahmen plant. Durch die ingenieurmäßige Beratung wird man die optimale Lösung finden. Gleichzeitig können Fördermöglichkeiten in die Betrachtung einbezogen werden . Bei der Vor-Ort-Beratung ist es auch möglich evt. vorhandene Schadstoffbelastungen zu erkennen.
Übrigens ist es beim ausführlichen Verfahren, bei dem alle Details der Gebäudehülle und der Anlagentechnik erfasst sind sehr leicht ein "Update" zu erstellen, wenn z.B. eine Sanierungsmaßnahme durchgeführt wurde. So hat man kostengünstig immer einen aktuellen Ausweis.

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